Leonardit – die Kraft der Huminsäuren

Fertige Huminsäuren aus Jahrmillionen: für den Boden, für den Hofkreislauf aus Gülle, Kompost und Einstreu – und als Mineralfuttermittel für Ihre Tiere.

Foto folgt Wunschmotiv: dunkles Leonardit in der Hand oder Einstreu im Stall
bis 73 %
Huminsäureanteil (Futtermittelqualität)
2–5 t/ha
typische Bodengabe
ab 1 %
bezogen auf das Güllevolumen
FiBL
für den Ökolandbau gelistet

Wo Leonardit wirkt

Leonardit ist kein Einzelmittel für ein Einzelproblem. Es wirkt an vier Stellen im Betrieb – und am stärksten dann, wenn diese Stellen zusammenspielen.

1 · Boden

Humus & Nährstoffe halten

Leonardit bringt bereits fertige Humin- und Fulvosäuren in den Boden. Sie binden Nährstoffe und Spurenelemente zu wenig wasserlöslichen Humaten – die bleiben in der oberen Bodenzone und damit pflanzenverfügbar, statt in tiefere Schichten auszuwaschen.

Anwendung: 2–5 t/ha, gern gemeinsam mit Wirtschaftsdünger, Kalk oder einer Zwischenfrucht leicht eingearbeitet.

2 · Hofkreislauf

Gülle · Kompost · Einstreu

Dasselbe Material, drei Einsatzorte – und sie verstärken sich gegenseitig:

  • In die Gülle einrühren: entstehendes Ammoniak wird zu Ammonium-Humaten gebunden – der Stickstoff bleibt im Dünger statt in der Luft, der Geruch geht deutlich zurück.
  • Dem Kompost beimischen: es bilden sich Ton-Humus-Komplexe, der Kompost wird krümelig statt faserig und hält seine Nährstoffe fest.
  • Als Einstreu nutzen: bindet Feuchte und Schadgase schon im Stall – die Gülle kommt dann bereits vorbehandelt in die Grube.

Der Weg über die Einstreu ist der eleganteste: Sie behandeln die Gülle, bevor sie überhaupt Gülle ist. Warum das entscheidend ist →

3 · Tier

Mineralfuttermittel

Huminsäuren wirken im Magen-Darm-Trakt bindend und beruhigend. Landwirte und Tierärzte berichten von stabilerer Verdauung, ruhigeren Tieren und besserer Futterverwertung – besonders in kritischen Phasen wie Absetzen, Futterwechsel oder Stallwechsel.

Richtwerte: Rinder < 100 g/Tier/Tag · Kälber 20–40 g · Pferde < 150 g · Schweine und Geflügel 5–10 kg pro Tonne Futter. Bewährt hat sich auch das Angebot zur freien Aufnahme – das Tier entscheidet selbst über Zeitpunkt und Menge. Erfüllt die Anforderungen des QS-Systems.

4 · Grundlage

Huminstoffe – kurz erklärt

Huminstoffe sind das stabile Endprodukt jeder Humusbildung: große, dunkle Kohlenstoffmoleküle mit enormer Oberfläche und unzähligen Bindungsstellen. Sie speichern Wasser, halten Nährstoffe fest und geben sie wieder ab, wenn die Wurzel sie braucht.

Im Boden entstehen sie über Jahrzehnte. Im Leonardit sind sie fertig vorhanden – deshalb wirkt es sofort und nicht erst in der nächsten Generation.

Die ausführliche Erklärung – Aufbau, Kationenaustausch, Ton-Humus-Komplex – kommt auf unsere Wissensseite Terra Libera.

Unsere drei Leonardit-Produkte

Je nach Einsatzort ist eine andere Qualität die richtige. Wir beraten Sie, welche zu Ihrem Betrieb passt.

lose & BigBag

Leonardit ohne Ton

Der Allrounder: für die Einstreu, zum Einrühren in die Gülle und zur direkten Ausbringung auf den Boden.

Lose im Silozug oder als BigBag.

lose & BigBag

Leonardit-Ton LT 1

Mit Tonanteil – speziell für die Kompostierung. Der Ton bildet mit den Huminstoffen Ton-Humus-Komplexe, die die Nährstoffe im Kompost festhalten.

Lose im Silozug oder als BigBag.

nur BigBag

Leonardit Mineralfuttermittel

Besonders huminsäurereiche Qualität, eingesetzt als Mineralfuttermittel für Nutz- und Haustiere aller Altersgruppen.

Ausschließlich im BigBag erhältlich.

Lieferung: einzelne BigBags per Spedition (Stückgut ab Werk) oder ganze LKW-Ladungen. Beides berechnen Sie im Preisrechner. Im Allgäu bringen wir BigBags auch mit unserem Ausfahrservice direkt auf den Hof.

Was in der Gülle passiert

Ohne Behandlung entweicht ein erheblicher Teil des Stickstoffs als Ammoniak. Er ist als Dünger verloren, bevor er das Feld erreicht – und belastet Stallluft, Nachbarschaft und Umwelt.

Die Huminsäuren aus dem Leonardit fangen genau das ab: Sie überführen entstehendes Ammoniak (NH₃) in wasserlösliche Ammonium-Humate. Der Stickstoff bleibt in der Gülle. Geruchsstoffe werden chemisch gebunden, statt in die Luft zu gehen.

Messungen an huminstoffhaltigem Material (FH Lausitz) zeigten innerhalb weniger Stunden einen Rückgang der Geruchseinheiten um rund 75 % und der Ammoniakkonzentration um über 90 %. Praxisbetriebe berichten übereinstimmend von besserer Fließfähigkeit und ruhigerem Stallklima.

Die ganze Geschichte: was in der Grube schiefläuft

Anwendungsempfehlung Gülle

  • Mindestens 1 % Leonardit, bezogen auf das Güllevolumen
  • Unter ständigem Rühren langsam zugeben
  • Auf mehrere Gaben bei verschiedenen Füllständen verteilen
  • Rührwerk nach der Gabe noch etwas nachlaufen lassen
  • Vorgelagerter Einsatz über die Einstreu senkt die nötige Menge

Leonardit ist leichter als Wasser und verteilt sich bei gutem Einmischen gleichmäßig. Die genaue Dosierung stimmen wir auf Ihren Betrieb ab.

Leonardit oder Pflanzenkohle?

Wir führen beides – aber es ist nicht dasselbe, und es löst nicht dasselbe Problem. Unsere ehrliche Einschätzung:

unsere Empfehlung

Leonardit

Enthält fertige Humin- und Fulvosäuren und gibt sie über Jahre an den Boden ab. Es wirkt sofort – auf Nährstoffbindung, Bodenleben und Struktur – und deckt mit einem Material Boden, Gülle, Kompost, Einstreu und Fütterung ab.

Der Haken: Leonardit ist ein fossiler Rohstoff aus begrenzten Lagerstätten. Was heute in den Boden kommt, ist dort gut aufgehoben – was nicht ausgebracht wird, steht später vielleicht nicht mehr zur Verfügung. Daher unsere Haltung: Jeder Betrieb sollte etwas davon auf seine Flächen bringen, solange es verfügbar ist.

Ergänzung

Pflanzenkohle

Verkohlte Biomasse: ein poröser Kohlenstoff-Speicher für Wasser, Nährstoffe und Mikroben. Sie enthält selbst keine Huminsäuren – sie ist ein Gerüst, das erst gefüllt und belebt werden muss.

Ihr Vorteil liegt in der Zukunft: Sie wird lokal aus nachwachsender Biomasse produziert und ist damit nicht endlich. Wir führen sie, weil einige Betriebe hier in der Region sie gezielt einsetzen wollten – und liefern sie über den Ausfahrservice.

Am stärksten sind beide gemeinsam: Die Kohle bringt die Struktur, das Leonardit bringt die Huminsäuren, die diese Struktur füllen.

Praxiswissen & Nachweise

Zu Leonardit gibt es umfangreiches Anwendungswissen aus der Praxis – von der Gülleaufbereitung über die Kompostierung bis zur Fütterung. Wir geben unser Wissen und die passende Dosierung gern persönlich weiter und liefern zuverlässig in unserer Region.

Zulassungen & Nachweise

Unterlagen anfordern
  • Bodenhilfsstoff, für den Ökolandbau gelistet
  • Mineralfuttermittel nach QS-Anforderungen
  • Beratung zu Anwendung und Dosierung
  • Persönliche Lieferung im Allgäu
  • Teil eines durchdachten Gesamtkonzepts